Schulzentrum Bei der Eiche
Anfang der 1950er Jahre kommt Bewegung in das Objekt Schulneubau, der nach neuesten Erkenntnissen auf die freie Fläche nördlich hinter den Straßenzug Höhlenweg unter der Bezeichnung „Bei der Eiche“ gestellt werden soll. Diese Flächen gehören aber zum Territorium der Stadt Goslar und sind größtenteils in Privatbesitz. Als erste Handlung zur Realisierung des ehrgeizigen Vorhabens werden 30000 DM für den Grundstückserwerb bereitgestellt (1953).Im selben Jahr werden die erforderlichen 400000 DM in den städtischen Haushalt eingestellt. 5205 qm sollen von der Weidegenossenschaft Oker in Erbpacht übernommen werden, die eventuell später käuflich erworben werden können. Ende 1953 werden weitere 7743 qm von vier Eigentümern gekauft und alsbald die ersten Kostenermittlungen angestellt.
Am 1. Juli 1954 soll mit den Erd- und Bauarbeiten begonnen werden. Am 27. Juni 1955 wird das Richtfest im Rahmen einer Feier mit 90 geladenen Gästen in der „Hohen Rast“ begangen.
Mit Aufnahme des Schulunterrichtes zu Ostern 1956 werden die Schulbezirke in Goslar neu geordnet. Durch die verbindliche Einführung des 9. Volksschuljahres wächst der Raumbedarf. So wird in den Jahren 1962/63 ein eingeschossiger Anbau fertiggestellt.
Erweiterungsbau: 1. Bauabschnitt
Ziel der Schulpolitik ist es, die Schule “Bei der Eiche“ zu einer 6-zügigen Sekundarstufe 1 auszubauen. Der Rat der Stadt stimmte in seiner Sitzung am 04.12.73 dem Erweiterungsbau zu. Baubeginn war am 16.07.75, die Arbeiten konnten am 15.08,76 abgeschlossen werden. Der Neubau wurde am 25.09.76 feierlich eingeweiht. In dem Neubauteil sind vorerst 7 Fachklassen als Klassenräume zur Unterbringung der Orientierungsstufe eingerichtet worden. Diese Räume sind so eingerichtet worden, dass sie später ohne Schwierigkeiten ihrer eigentlichen Nutzung als Fachräume zugeführt werden können.
Im einzelnen befinden sich im Erdgeschoß folgende Räumlichkeiten:
4 Unterrichtsräume
3 Fachräume (Biologie, Physik, Chemie und die naturwissenschaftliche Sammlung)
1 großer Hörsaal mit 96 Plätzen, der unterteilt werden kann. Sekretariat mit Lehrerzimmer und Lehrerbereich
Im Obergeschoß befinden sich 3 Unterrichtsräume und zwei Werkräume.
Die Nutzfläche beträgt 2.300 qm, der umbaute Raum 14.800 Kubikmeter. Die Baukosten für diesen 1. Bauabschnitt belaufen sich auf 5,0 Mio. DM.
Der Neubau wurde in Stahlbeton—Fertigteilskelettbauweise im Rastersystem erstellt, die Außenwände bestehen aus vorgefertigten Fensterelementen mit äußerem Sonnenschutz. Die Innenwände bestehen aus versetzbaren Wandelementen.
Alle Baumaßnahmen wurden so geplant und durchgeführt, dass der 2. Bauabschnitt problemlos angefügt werden kann.
Nachdem bereits in den Jahren 1975/76 der 1. Bauabschnitt geschaffen worden war, konnte am 07.06.80 der 2. Bauabschnitt offiziell seiner Bestimmung übergeben werden.
Der neue Bauabschnitt umfasst neun Klassenräume, zwei Zeichenräume, einen Raum für Bürotechnik, ein Fotolabor und einen Werkraum. Hinzu kommen zwei naturwissenschaftliche Fachräume und zwei Musikräume, davon einer im Bereich des Forums. Darüber hinaus wurden weitere Verwaltungsräume für Haupt— und Realschule und die Orientierungsstufe geschaffen.
Kernstück des 2. Bauabschnittes bildet die neue Aula mit 350 Sitzplätzen. Die bisherige Aula wurde umgebaut und wird jetzt als Pausenhalle genutzt.
Mit den Bauarbeiten zum 2. Bauabschnitt wurde am 12.06.78 begonnen, nachdem der Rat am 07.03.78 den Beschluss zum Bau des 2. Abschnittes gefasst hatte. Die Rohbauarbeiten konnten am 29.08.79 beendet werden.
Die Einweihungsfeierlichkeiten am 07.06.80 wurden von musikalischen Darbietungen des Schulchors, der Instrumentalgruppe der Orientierungsstufe und der Arbeitsgemeinschaft “Tanz“ der Hauptschule begleitet. Am Nachmittag war das Schulzentrum im Rahmen eines “Tages der offenen Tür“ zur Besichtigung freigegeben.
Die Kosten für das Projekt beliefen sich auf 14 Mio. DM (1. und 2. Bauabschnitt). Im Schulzentrum wurden zum damaligen Zeitpunkt insgesamt 1.150 Schüler beschult, davon 400 in der Hauptschule, 320 in der Realschule und 430 in der Orientierungsstufe.
Mit der Einführung des Freiwilligen Nachmittagsangebotes 1992 (Link) wird das Schulzentrum erneut umgebaut und erweitert: Eine Cafeteria, eine Frühstücksecke, Aufenthaltsbereiche, Spiel- und Leseraum sowie der Arbeitsplatz für die Sozialpädagogin werden bereitgestellt.
2006 werden die Cafeteria und die Funktionsräume umgebaut und modernisiert.
Nach dem Auslaufen der Orientierungsstufe 2004 stehen der Hauptschule mehr Unterrichtsräume zur Verfügung. Aber durch Freigabe des Elternwillens besuchen immer weniger Schülerinnen und Schüler die Hauptschule Oker. Aus diesem Grund beschließt die Stadt Goslar, die Hauptschule mit der Hauptschule Kaiserpfalz zu verschmelzen. Damit läuft am Schulzentrum Bei der Eiche das Erfolgsmodell „Hauptschule Oker“ zum Schuljahr 2010/11 aus und in die Räume zieht die neue "IGS in Golsar/Oker" ein.
Quellen:
1. "Oker - eine Chronik 1883 bis 2007" von Albert Saft; Verlag Goslarsche Zeitung
2. Stadt Goslar